Bei der Grumbacher Puppenbühne ist all das möglich. Schon seit dem Frühjahr und derzeit verstärkt bereiten die sieben Marionettenspielerinnen und -spieler im Friedrich-May-Haus in der Pfarrstraße, dem Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Mümling-Grumbach, das Stück „Der blaue Kristall“ vor. In der Adventszeit wird es zu sehen sein. Darin geht es um einen blau glitzernden Stein, den die etwa zwölfjährige Lisa im Wald findet. Eigentlich möchte sie den ihrem Großvater mitbringen, aber Rabe Rudi überzeugt das Mädchen davon, dass der Stein unbedingt im Wald bleiben muss, denn er beschützt die Elfen. Und zu denen muss er dringend zurück, was aber nicht so einfach ist.
Ob es ihnen gelingt, können Groß und Klein bei den Aufführungen der Puppenbühne im Dezember rausfinden. Dass das nicht nur spannend, sondern auch ziemlich unterhaltsam sein wird, ist garantiert. In fünf Szenen mit vier verschiedenen Bildern kommt die Handlung auf die Bühne, die Aufführung dauert eine knappe Stunde.
Die Grumbacher Puppenbühne, die immer in der Vorweihnachtszeit ihre Vorhänge öffnet, hat eine lange Geschichte, die im kommenden Jahr dann sogar ein Jubiläum bringen wird: 1977 gegründet von Ina Schimmel, der Frau des damaligen Mümling-Grumbacher Pfarrers und späteren Dekans Klaus Schimmel, kam Jahr für Jahr ein Stück auf die kleine feine Bühne; lediglich während der Corona-Zeit und dann noch bis einschließlich 2024 gab es eine Unterbrechung. Seit vergangenem Jahr wird wieder gespielt, mit neuer Besetzung: Doris Funck, Heike Göhler, Gudrun Hartmann, Marion Koch, Andrea Schmucker, Brigitte Tönsing und Günter Wilde sorgen bei den Marionetten für Bewegung und leihen diesen ihre Stimme. Ebenfalls zum Ensemble gehört Silke Klein, die aber in diesem Jahr nicht dabei ist. Um die Technik kümmert sich Peter Koch.
Zum Repertoire gehören fünf verschiedene Stücke, die Jahr für Jahr wechseln, bis es wieder von vorn beginnt. Geschrieben wurden sie von ehemaligen Mitspielerinnen und -spielern der Puppenbühne. Jeweils ein bis zwei Mundartrollen sorgen für Lokalkolorit – schließlich ist es ja nicht irgendein Marionettentheater, sondern eben die Grumbacher Puppenbühne.
Ein Ensemble das nicht wechselt, sondern sich durch große Personaltreue auszeichnet, sind die rund 50 Marionetten selbst, darunter neben verschiedensten Personen auch Vögel, Mäuse, Hasen oder Pilze – was eben alles so lebt im Odenwald; oder leben könnte, wie Elfen. Sie sind es allesamt gewohnt, immer wieder verschiedene Rollen zu spielen. Zuhause sind sie bei Regina Unger, die sie gebaut hat und früher lange Zeit selbst daran beteiligt war, ihren Geschöpfen Leben einzuhauchen.
„Der Erlös wird hinterher zum größten Teil gespendet“, erklären die Mitglieder des Puppenbühnenensembles. Wohin, das wird jeweils neu entschieden, geht aber stets an Einrichtungen im näheren Umkreis.
Wenn jemand mittun möchte: Das Marionettenspielteam freut sich über Zuwachs. Darauf lassen sich die Mitglieder gerne ansprechen. Das kann sogar dem eigenen Gemüt helfen: „Ich bin auch schonmal niedergeschlagen hergekommen und habe gemerkt: Nach der Probe geht‘s mir besser“, hat beispielsweise Andrea Schmucker erfahren.
Aufgeführt wird das Stück „Der blaue Kristall“ an den Sonntagen 6. und 13. Dezember jeweils um 16 Uhr im Friedrich-May-Haus. Karten zum Preis von 5 Euro (Erwachsene) und 3 Euro (Kinder) können ab November bei Ute Rinnert im Höchster Rathaus, Telefon 06163 7080, reserviert werden. Sie kann auch Auskunft geben über weitere Aufführungstermine, die es für Schulen und Kindergärten gibt. Dabei sind in der Regel noch Plätze frei.
Bernhard Bergmann