Wer sich dann im Inneren der Kirche umsieht, entdeckt schnell den markanten „Matronenstein“ an der Mauer links (Nordseite). Er stammt noch aus vorchristlicher Zeit und zeigt wohl drei Göttinnen. Als er 1841 als Teil der Friedhofsmauer entdeckt wurde, dachte man wegen der Nähe zur Kirche, es müsse sich um eine Darstellung der Heiligen Drei Könige handeln und integrierte ihn ins Kircheninnere. Aufgrund seines Alters ist der Matronenstein von besonderem geschichtlichem Interesse.
Die Bergkirche steht inmitten des Mümling-Grumbacher Friedhofs, dient zugleich also auch als Trauerkapelle. Betrachtet man sie von außen, wirkt der Turm im Vergleich zum Kirchenschiff etwas überdimensioniert. „Ziemlich sicher gab es einen Vorgängerbau, der vermutlich auch größer gewesen ist. Und auf jeden Fall ist der Turm noch älter als das Kirchenschiff und dürfte ein Wehrturm gewesen sein“, meint Winfried Klotz. Der Pfarrer, der im Ruhestand in Bad König lebt, wird am kommenden Sonntag den Gottesdienst zum 700-jährigen Bestehen der Bergkirche gestalten. Wie der Vorgängerbau aussah, darüber ist nichts bekannt.
Pfarrer Klotz kann sich außerdem gut vorstellen, dass diesem Platz bereits in vorchristlicher Zeit Bedeutung zukam. Der Matronenstein verweise darauf ebenso wie der nahe Limes. „Und die Lage mit der weit reichenden Sicht über das Mümlingtal nach Westen hin legt nahe, dass sich hier so etwas wie ein Überwachungsposten befunden haben könnte“, meint er.
Im achten Jahrhundert nach Christus christianisierten iro-schottische Mönche die ganze Region, bis hin nach Würzburg, soviel ist bekannt. Vielleicht entstand schon in dieser Zeit hier auch ein Kirchenbau – das wäre dann nochmals circa 600 Jahre vor der Erbauung der jetzigen Bergkirche gewesen. Im Inneren fällt neben dem Matronenstein insbesondere im Chorraum eine reichhaltige wenngleich heute nicht mehr vollständig sichtbare Wandbemalung ins Auge. Viel Platz hingegen kann das charmante Kirchlein naturgemäß nicht bieten.
„Die christliche Gemeinde braucht ein Dach über dem Kopf“, sagt Pfarrer Klotz; „es zu haben und halten zu können, ist ein Geschenk in einer Zeit, in der auch Kirchen verkauft werden“. Solch eine Kirche sei ein wirkliches, ein buchstäbliches Zuhause für die Gemeinde Jesu Christi.
Ursprünglich katholisch, gehört die Bergkirche heute zur Evangelischen Kirchengemeinde Mümling-Grumbach. Gottesdienst findet hier einmal monatlich statt, immer am letzten Sonntag um 10 Uhr. Der Gottesdienst, in dem des 700-jährigen Bestehens der Bergkirche gedacht wird, beginnt nun am Sonntag, 27. September, um 10 Uhr. Gehalten wird er von Pfarrer i. R. Winfried Klotz, die musikalische Gestaltung übernimmt Ruth Hidaka. Geplant ist ein Singe-Gottesdienst mit einem besonderen musikalischen Schwerpunkt, würdig des Geburtstages des Gotteshauses. Fein herausgeputzt ist die Jubilarin auf jeden Fall: Sie wurde innerhalb der vergangenen gut zehn Jahre zunächst außen und dann auch innen renoviert und steht in ihrer herausgehobenen Lage jedenfalls sehr ansehnlich da.