Evangelisches Dekanat Odenwald

Friedensmenü

In sieben Gängen um die Welt

Höchst. In sieben Gängen um die Welt - dahinter verbirgt sich kein leistungsstarkes Fahrzeuggetriebe und auch keine Etappen-Fernwanderung, sondern die Speisenfolge beim "Internationalen Friedensmenü" im Kloster Höchst. Klosterpfarrerin Marion Rink hatte dieses schmackhafte Angebot in ihr aktuelles Programm aufgenommen, weil die Jahreslosung für 2019 lautet: "Suche Frieden und jage ihm nach" (Psalm 34,15).
"Die Welt braucht Frieden, Menschen mühten sich darum zu allen Zeiten", so Pfarrerin Rink. Gerade auch die bewegte Geschichte des Klosters zeugt davon, wie sie erinnerte. Die Bemühungen um ein gelingendes Miteinander waren freilich deshalb stets vonnöten, weil ebenso zu allen Zeiten - wie leider auch gegenwärtig wieder - Konflikte vom Zaun gebrochen wurden. Zusammen mit Ruth Hidaka, die als Gast aus Japan derzeit mit theologischer und musikalischer Arbeit im Kloster wirkt, führte Marion Rink durch den Abend, las Texte und Geschichten rund ums Thema.

Den roten Faden aber bildete natürlich, wie sollte es bei einem Menü anders sein, das Speisen: Von der Antarktis (Thunfisch) führte der Weg um die Welt über Südamerika (Taccos mit Schafskäse-Füllung), Asien (pikante Thai-Suppe) und Australien (Red-Snapper-Fisch mit roter Mojo), Nordamerika (Spareribs) und Europa (Handkäs' mit Musik) bis nach Afrika (gewürzter Milchreis mit Orangensirup). Schmackhafter wird man schwerlich unterwegs sein können.

Für (Welt-)Musik sorgten zwischen einzelnen Gängen Ruth Hidaka, der aus Togo stammende Kossi Dikpor zusammen mit seiner musikalischen Partnerin Regine Jordine, und auch Marion Rink und Dekan Dr. Karl-Heinz Schell steuerten musikalische Friedensakzente bei.
Hidaka erzählte und sang die berührende Geschichte der "Glocke von Nagasaki", manch anderer Beitrag machte die Gäste nachdenklich, wieder andere brachten sie zum Schmunzeln.
"Zusammen zu Tisch zu sitzen und gemeinsam zu essen, ist in der Bibel oft das Bild für ein Miteinander, das Unterschiede überbrückt", verdeutlichte Hidaka. Und Pfarrerin Rink erinnerte: "Dieses Miteinander der Kulturen und Religionen ist zwar nicht immer einfach"; doch gebe es gerade hier im Odenwald etwa in Form des Rates der Religionen ein schönes Beispiel, wie es gelingt, gemeinsam Schritte zu gehen - eine wichtige Voraussetzung für Frieden.

Als zuverlässige Routenplaner und Begleiter beim Weg durch die Welt sind das engagierte und rührige Team um Hausleiter Ulrich Flick und Koch Mirco Walther zu nennen sowie Kristina Wenzl, die insbesondere für die liebevolle Gestaltung der Kloster-Aula gesorgt hatte: ganz im Zeichen des Friedens, mit Tauben in verschiedenster Form - vielleicht dem Friedenssymbol schlechthin.

 

Bernhard Bergmann
3.5.2019


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