Evangelisches Dekanat Odenwald

Abschied Ulrike Grünewald

Unter dem Regenbogen hindurch nach Hause

Kirchbrombach/Vielbrunn. Der Regenbogen - biblisches Symbol des bleibenden Bundes Gottes mit den Menschen - verbindet in Ulrike Grünewalds Leben Berufliches und Privates: In der evangelischen Kita "Unterm Regenbogen" in Kirchbrombach hat sie 25 Jahre lang gearbeitet, davon die letzten 18 Jahre als Leiterin. Und in der "Gitarrengruppe Regenbogen" spielt sie in ihrem Wohnort Vielbrunn seit 30 Jahren Gitarre und Flöte. Zufall sei das, sagt sie; es ist aber auch ein schönes Bild. Denn so überspannt der Regenbogen in ihrem Fall gleichsam das Mümlingtal, und vielleicht weiß sie auch, ob dort, wo der Regenbogen auf die Erde trifft, Gold liegt, wie es die Legende sagt.
Nun geht Ulrike Grünewald nach insgesamt über vierzig Jahren als Erzieherin in den Ruhestand. Der berufliche Weg der heute 62-Jährigen begann nach ihrer Ausbildung 1977 im evangelischen Kindergarten in Reichelsheim. Weitere Stationen waren Lindenfels und Ober-Ostern, von wo aus sie 1993 nach Kirchbrombach wechselte, zunächst als Erzieherin, dann als stellvertretende Leiterin. Im Jahr 2000 übernahm sie die Leitung.
Mit maximal 110 Kindern, die hier in vier Kindergartengruppen (für die Drei- bis Sechsjährigen) sowie einer Krippengruppe (für Ein- bis Dreijährige) betreut werden, gehört die Einrichtung "Unterm Regenbogen" zu den eher größeren Kitas. Insgesamt hat sie 22 Mitarbeitende, die meisten davon Erzieherinnen.

Engagement zieht sich wie ein roter Faden durch Ulrike Grünewalds Lebensweg - nicht nur den beruflichen. Seit 1982 ist die Familie, zu der schon bald zwei Kinder gehörten, in Vielbrunn ansässig, wo die jungen Eltern einen Selbstversorgerhof gründeten und schon früh nach Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf suchten. Ulrike Grünewald und ihr Mann teilten sich die Erwerbsarbeit sowie Haushalt und Erziehung. Über den privaten Bereich hinaus engagierte sie sich aber auch in einer Initiative, bei Demos und Diskussionsrunden dafür, dass Arbeit und Familie ohne Widersprüche unter einen Hut zu bringen sind.
Ebenso setzte sie sich dafür ein, dass in ihrem Beruf Theorie und Praxis enger verzahnt sein sollten. "Soziales und christliches Engagement war mir in die Wiege gelegt und ist auf fruchtbaren Boden gefallen", sagt sie mit dankbarer Erinnerung an ihre Eltern; bei ihren drei Geschwistern sei das ganz genau so gewesen.

An ihre Nachfolgerin Raphaela Nowak kann sie jedenfalls ein bestelltes Haus übergeben. Und wenn sie nun gleichsam unter dem Regenbogen hindurch nach Hause geht, dann freut sie sich vor allem auf mehr Zeit - für Musik und Singen, "vielleicht auch fürs Theaterspielen", überlegt sie. Und natürlich für ihre Familie, zu der mittlerweile auch drei Enkel zählen. Immer mal wieder wird sie auch an Aufbruch denken und zusammen mit ihrem Mann verreisen, besonders gerne in den Südwesten Frankreichs.

Verabschiedet wird Ulrike Grünewald am Freitag, 30. November, im Rahmen eines Gottesdienstes, der um 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Kirchbrombach beginnt.

 

Bernhard Bergmann
24.11.2018


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