Evangelisches Dekanat Odenwald

Friedensdekade im Gymnasium Michelstadt

Krieg kann auf dem Schulhof beginnen

Michelstadt. Krieg oder zunächst Unfrieden beginnt an der Schule. Das zeigten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe zwölf des Michelstädter Gymnasiums im Religionskurs bei Pfarrer Michel Rohr in einer Ausstellung, die sie im Rahmen der diesjährigen Friedensdekade erarbeitet haben. Vom Schulhof scheint es ein weiter Weg zu sein zum "Krieg 3.0", wie die Ausstellung heißt; gemeint ist damit der von Maschinen und Robotern geführte Krieg, der gewissermaßen vollständig per Knopfdruck geregelt wird. Aber so weit ist dieser Weg nicht. Beginnt doch auch der Unfriede auf dem Schulhof nicht selten technisch: mit dem Handy, mit Mobbing - und damit, dass einer dem anderen nicht sein wahres Gesicht zeigt. Auch das rückt die Ausstellung, welche die Schülerinnen und Schüler beeindruckend vielseitig und kreativ, bis hin zu künstlerischer Arbeit, gestaltet haben, eindrucksvoll in den Blick. Nicht zuletzt sind auch die Grundhaltungen, die beiden Formen der hässlichen Auseinandersetzung zugrunde liegen, dieselben: Neid, Intoleranz, Hass, zum Beispiel.

Zu sehen war die Ausstellung eine Woche lang in der Aula des Gymnasiums. Davor stand eine drei Wochen dauernde Auseinandersetzung mit dem Thema. Pfarrer Michel Rohr, der die Friedensdekade jedes Jahr mit seinem Religionskurs aufgreift, ist angetan von der Kreativität und dem Ideenreichtum der jungen Leute. "Es macht Freude, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, dazu gehören auch rege Diskussionen", erzählt der Schulpfarrer. Und, selbst beim schwersten Thema: "Es gibt auch immer was zu lachen." Wie sie das jeweilige Motto der Friedensdekade angehen wollen, überlässt Michel Rohr den Jugendlichen. So könnten die Mädchen und Jungen wählen etwa zwischen Musik, Theater, Filmbeiträgen, Plakaten und verschiedenen Ausdrucksformen bildender Kunst.

 

Bernhard Bergmann
23.11.2018


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