Evangelisches Dekanat Odenwald

30 Jahre Gemeindehaus Würzberg

Grund zu danken - nicht zu feiern

Bad König. Der Festgottesdienst zum 30-jährigen Bestehen des Evangelischen Gemeindehauses Würzberg fiel - anders als die geplante anschließende Feier - nicht aus. Aber er stand unter ganz anderen Vorzeichen. Nicht mal zwei Tage zuvor hatte es in einem landwirtschaftlich genutzten Gebäude unmittelbar hinter dem Gemeindehaus gebrannt, ein Mensch war dabei schwer verletzt worden.
"Wir sehen, wie fragil alles ist", sagte Pfarrerin Dr. Anneke Peereboom. Auch das Gemeindehaus hätte abbrennen können, Hitze und Flammen kamen bedenklich nahe, sodass Scheiben durch die Hitze barsten. Der beherzte Einsatz der Feuerwehr und vieler, die auf ihre je eigene Weise halfen, verhinderte Schlimmeres. Und darin zeige sich, wie bedeutend Zusammenhelfen, Gemeinschaft und Solidarität seien, sagte Peereboom. Dies bildete auch einen Grundton des Gottesdienstes in der vollbesetzten Kirche.

"Und es ist auch der Glaube, der Halt gibt", so die Pfarrerin. Denn, da richtete sie den Blick wieder auf das Gemeindehaus: Jesus sagte in der Bergpredigt, wer seinen Worten vertraue und sein Leben in Gott gründe, wer sich an seinem Wort und seiner Lehre ausrichte, gleiche einem Menschen, der sein Haus auf Fels errichtet und nicht auf Sand. Wenn Stürme und Regen kommen und am Haus rütteln, so stehe dieses fest. Pfarrerin Peereboom verdeutlichte dies am Beispiel eines Leuchtturmes vor der Küste Cornwalls, der mehrfach habe gebaut werden müssen und erst nach der festen Gründung auf dem Felsfundament einen sicheren und zuverlässigen Stand gehabt habe.

Die Gemeinde war eingeladen, auf Zetteln Fürbitten zu notieren, von denen Dekan Carsten Stein, der den Gottesdienst mitgestaltete, einige als Gebet verlas. Hier kam das Mitgefühl mit den vom Brand besonders betroffenen Menschen ebenso zum Ausdruck wie die Bitte um Bewahrung, aber auch die Dankbarkeit für die Hilfe von Feuerwehr, Rotem Kreuz und vielen anderen - und abermals für Gemeinschaft, Solidarität und Miteinander.

Dekan Stein überbrachte auch Grüße, Glück- und Segenswünsche. "Hier in diesem Haus findet immer Leben statt, man hört Lachen und Weinen, es wird gebraucht." Auch weiterhin sollten Menschen einander hier gegenseitig trösten und stärken.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Kantorin Beate Ihrig und einem Gesangs-Jugendensemble (Foto). Der früher auch für Würzberg zuständige und mittlerweile im Ruhestand befindliche Pfarrer Wilhelm Gänssle hatte die Lesung übernommen und schenkte der Gemeinde anlässlich des 30-jährigen Bestehens ihres Gemeindehauses eine Stola aus seinem Besitz.

 

Bernhard Bergmann
17.8.2026


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