Höchst. "Da berühren sich Himmel und Erde", sangen die rund 70 Gäste beim Tag der Offenen Tür im neuen gemeinsamen Büro der evangelischen Kirchengemeinden im Nachbarschaftsraum Odenwald Nord (Dekanat Odenwald). Und wirklich: weil wegen des schönen Wetters ein Großteil des Nachmittags im Garten des ehemaligen Höchster Pfarrhauses - dort hat das Büro seinen Sitz - stattfand, sahen alle: Der blaue Himmel mit ein paar Schönwetterwolken blickte ausgesprochen freundlich drein und sandte Sonne als Gast.
Jürgen Paul, Kirchenvorstandsvorsitzender in Höchst und zugleich Vorsitzender der Steuerungsgruppe im Nachbarschaftsraum, begrüßte die Gäste zusammen mit Verwaltungsleiterin Natalia Schitz, die auch das Büro-Team vorstellte: Iris Eigl, Viola Grünewald, Anne Hechler, Ariane Heider, Johanna Neitzer-Wudy, Jeannette Schäfer, Ricarda Wachsmann, Stefanie Zeltner. Sie alle hatten vorher in den Büros der einzelnen Kirchengemeinden gearbeitet und teilen sich nun die Aufgaben am neuen gemeinsamen Standort, wobei es auch jeweilige Schwerpunkte gibt.
"Vom einzelnen Dorf und kleinsten Weiler bis hin zur künftigen Gesamtkirchengemeinde" reiche der aufmerksame Blick, verdeutlichte Natalia Schitz. Und über den sprichwörtlichen eigenen Kirchturm hinaus werde das Gemeindeleben künftig in einem größeren Raum stattfinden. Gleichermaßen verlässliche wie kompetente Ansprechpartnerinnen gibt es dabei eben unter anderem hier in Höchst.
Seit Anfang dieses Jahres existiert das gemeinsame Gemeindebüro für den Nachbarschaftsraum, in dem wiederum ab Anfang 2027 die seitherigen evangelischen Kirchengemeinden zusammen eine Gesamtkirchengemeinde bilden werden: Bad König, Höchst, Kirchbrombach, Lützel-Wiebelsbach, Mümling-Grumbach, Neustadt, Rimhorn, Sandbach, Seckmauern, Wald-Amorbach und Zell. Formal bleiben die Gemeinden unter diesem Dach bestehen, aber es gibt beispielsweise einen gemeinsamen Kirchenvorstand und auch einen gemeinsamen Haushalt.
"Ein großer Schatz"
"Natalia Schitz ist ein großer Schatz", würdigte Dekan Carsten Stein die Arbeit der Verwaltungsleiterin. Sie hat derzeit noch eine Projektstelle inne, wobei die Landeskirche jüngst beschlossen hat, solche Stellen in allen Nachbarschaftsräumen einzurichten. Dank der tatkräftigen Arbeit von Natalia Schitz und den Büro-Mitarbeiterinnen, aber auch wegen des Engagements der Haupt- und Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden gebe es hier diese gute und zügige Entwicklung, freute sich der Dekan. In einer Andacht erinnerte Stein auch daran, dass bereits die christliche Urgemeinde einst alles geteilt habe - "viele, mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, kamen damals zusammen". Und sie waren, wie es in der Bibel heißt, "ein Herz und eine Seele". Das bedeute nicht, stets in jeder Hinsicht vollkommen harmonisch zu sein, aber sich im gemeinsamen Glauben an Jesus Christus verbunden zu wissen und ihn zu bezeugen. Sich gegenseitig zu stärken, sei dabei ein wichtiger Gedanke.
Der Nachmittag bot Gelegenheit zu Begegnung und Austausch - und dazu, die neuen Räume kennenzulernen. Dabei waren etliche Gäste nicht nur aus dem Nordbereich des Dekanats zum Tag der Offenen Tür gekommen, sondern auch aus den anderen beiden Nachbarschaftsräumen im Dekanat (Erbach-Michelstadt und Südlicher Odenwald) sowie zum Teil auch von weiter her.
Geöffnet ist das gemeinsame Gemeindebüro des Nachbarschaftsraums Odenwald Nord am Kirchberg 2 in Höchst dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr. Telefonisch zu erreichen sind die Mitarbeiterinnen unter 06163 4294.
Bernhard Bergmann
9.6.2026