Neckarsteinach. "Eigentlich hätte ich Lust, mich nochmal hier zu bewerben", sagt Pfarrer Norbert Feick, der sich jetzt nach 15 Jahren Dienst aus Neckarsteinach verabschiedet, um Dekan des Evangelischen Dekanats Rheingau-Taunus zu werden. Neckarsteinach sei "eine wunderbare Gemeinde", die Weichen für die Zukunft gestellt, etwa für die künftige engere Zusammenarbeit im Nachbarschaftsraum 'Südlicher Odenwald'. Dass der 53-Jährige dennoch geht, hat natürlich auch einen Grund: In seinen eineinhalb Jahrzehnten Dienst hat er vieles begleitet, bewegt und gestaltet - "zusammen mit den wunderbaren und engagierten Menschen der Gemeinde, die das ermöglicht haben -, und ein Kreis hat sich geschlossen", wie er sagt. Zudem sind die drei Kinder von Norbert und Renate Feick, die 2011 ins Pfarrhaus am Leiersberg mit eingezogen waren, mittlerweile erwachsen und von zu Hause aufgebrochen.
Mit dem geschlossenen Kreis meint er zum Beispiel die Kindertagesstätte: Als einen "tragischen und traurigen Tag" hat er den 12. Dezember 2018 in Erinnerung. Da standen er und viele andere vor der brennenden Kita im Rosenweg. Schnell war klar: Hier ist nichts mehr zu retten, die Einrichtung muss neu gebaut werden und zwar an einem anderen Ort. Nach zähen Verhandlungen mit der Versicherung, in die Norbert Feick sich "immer im Sinne der Kinder" leidenschaftlich einbrachte, stand das Geld, welches den Grundstock für einen Neubau bildete, zur Verfügung. Dieser wurde an der Schönauer Straße errichtet und im vergangenen Herbst eröffnet.
Neben der Arbeit in der und für die Kita, für die sein Herz besonders schlug - übrigens auch über seine eigene Gemeinde hinaus, nämlich auf Dekanatsebene - nennt er Familienfreizeiten, Glaubenskurse und viele Kirchenstraßenfeste (einschließlich des von ihm initiierten Badeenten-Rennens). Auch an die Osterwege erinnert er sich gerne, ebenso an die Waldweihnacht am Forsthaus in Michelbuch und ans stimmungsvolle jährliche Weihnachtsliedersingen am Brunnen zwischen den beiden Kirchen. "Das sind so Perlen", schwärmt Feick. Und wenn er an den Brunnen denkt, dann auch sofort an die höchst lebendige evangelisch-katholische Ökumene hier vor Ort, für die solch ein Brunnen als Symbol für lebenspendende Kraft doch auch ein schönes Sinnbild ist. So vieles fand hier gemeinsam statt, ohne irgendwelche konfessionellen Grenzen; "einmal durfte ich sogar den katholischen Kollegen, der verhindert war, vertreten" - wo gibt es das sonst schon?
Viel Herzblut habe er in die Arbeit mit dem Kirchenvorstand einfließen lassen, und ihn freut, dass die Kirchenvorstände und die zuvor getrennten Gemeinden Neckarsteinach und Darsberg fusionierten. Als Lehrpfarrer bildete Norbert Feick zwei Vikarinnen und einen Vikar aus.
Auch größere Bauarbeiten fielen in seine Neckarsteinacher Jahre: Zu nennen sind hier die umfassende Sanierung des Kirchendachs und der barrierefreie Zugang zum Gotteshaus mit einem Aufzug von der Kirchenstraße aus.
"Im Zentrum stand natürlich die Arbeit mit den Menschen hier", sagt der Pfarrer. Besonders gefreut hat es ihn stets zu sehen, wie sie sich entwickeln - und dies mit begleiten zu können: beispielsweise eine Konfirmandin, die jetzt im Kirchenvorstand mitarbeitet, oder andere ehemalige Konfirmanden, "die ich später getraut habe".
Im Dekanat (mittlerweile mit Sitz in Bad König) engagierte sich Norbert Feick in der Gemeindeübergreifenden Trägerschaft der neun evangelischen Kindertagesstätten. Seit 2022 war er Stellvertretender Dekan. Im Dekanatssynodalvorstand hatte er bereits von 2009 bis 2015 mitgearbeitet.
"Für mich war es ein Traum, hier mal Pfarrer zu sein", sagt der gebürtige Vogelsberger, der eine Zeitlang in Heidelberg studiert hat und von dort aus gelegentlich auch nach Neckarsteinach gekommen war, wo es ihm besonders gut gefiel. Nach dem Vikariat in Lampertheim und fünf Jahren auf seiner ersten Stelle in Kirchbrombach wurde dieser Traum Wirklichkeit.
Zusammen mit seiner Ehefrau, der Gemeindepädagogin Renate Feick, zieht er nun also in den Taunus. Was er vor allem mitnimmt aus seiner Zeit in der südlichsten Gemeinde der hessen-nassauischen Landeskirche ist "ein tiefes Gefühl von Dankbarkeit".
Verabschiedung
Verabschiedet werden Norbert und Renate Feick im Rahmen eines Gottesdienstes, der am Sonntag, 22. Februar, um 14 Uhr in der evangelischen Kirche in Neckarsteinach beginnt.
Bernhard Bergmann
10.2.2026