Evangelisches Dekanat Odenwald

Renate Feick geht

Eine Heimat im Glauben erschließen

Neckarsteinach/Beerfelden. Eine Einzelkämpferin ist sie nicht. "Ich muss im Team arbeiten", sagt Gemeindepädagogin Renate Feick. Ob es nun Ehrenamtliche sind, ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Gemeindepädagogischen Dienst im Evangelischen Dekanat Odenwald oder René Tunn, der Stadtjugendpfleger aus Oberzent, mit dem sie den wöchentlichen Kids Club in Beerfelden anbot - "ich bin angewiesen aufs Miteinander".
Und das gilt, wo auch immer sie gerade wirkt. Denn mit der Heimat, sagt Renate Feick, sei das so eine Sache. Geboren in der Schweiz, aufgewachsen im Vogelsberg, beruflich immer wieder weitergezogen, definiert die 53-Jährige für sich: "Heimat ist da, wo ich wohne" - nicht also ein geografischer Fixpunkt, sondern Heimat zieht mit. Nun in den Taunus: Nach zwanzig Jahren im Odenwald - fünf in Kirchbrombach und 15 in Neckarsteinach, wo ihr Mann Norbert jeweils als Pfarrer wirkte - brechen die Feicks nun ihre Zelte ab und ziehen weiter: Norbert Feick beginnt im März seinen Dienst als Dekan des Evangelischen Dekanats Rheingau-Taunus. Wie und wo genau es für Renate Feick dann beruflich weitergeht, entscheidet sich dieser Tage.

Nachdem die drei Kinder der Familie herangewachsen waren, begann die studierte Sozialpädagogin, die zuvor im Sozialdienst eines Altenheims und in der diakonischen Beratungsarbeit tätig gewesen war, mit einem Gemeindepädagogik-Aufbaustudium in Darmstadt. 2012 übernahm sie eine Teilzeitstelle in der Kirchengemeinde in Neckarsteinach, einige Jahre später kam eine weitere halbe Stelle in der Kirchengemeinde Beerfelden hinzu. Durch die enge Kooperation im Süden des Dekanats wirkte sie auch in Hirschhorn und Rothenberg, etwa in der gemeinsamen Konfirmandenarbeit. Aber auch sonst prägte sie das junge kirchliche Leben in der Region wesentlich mit, sei es nun bei Kinderfreizeiten, einer stetig wachsenden Krabbelgruppe in Beerfelden, der Jungschar in Neckarsteinach, dem schon erwähnten Kids Club zusammen mit der Stadt in Beerfelden, in der Begleitung von Kindergottesdienst-Teams oder an noch ganz anderen Orten wie einer gemeinsam bewirtschafteten Streuobstwiese. Mit Erwachsenen wiederum arbeitete sie etwa im rührigen ökumenischen Weltgebetstagsteam in Neckarsteinach, ebenso bei kreativen Gruppen und Kreisen, in denen es um 'Bible Art' oder die verschiedensten Handarbeiten geht. "Wobei vor allem die Gemeinschaft im Mittelpunkt steht, der Austausch", sagt Renate Feick; da ist es wieder: das Miteinander. Das gilt auch für die Krabbelgruppe. Hier singen und frühstücken alle gemeinsam, die Kinder finden wortlos und spielerisch zueinander, während Renate Feick, die Mütter und vereinzelt auch mal ein Vater sich zwischen Matte und Bobbycar austauschen: über schlaflose Nächte, volle Windeln und das erste Zähnchen - und das "international, ja sogar interreligiös", freut sich die Gemeindepädagogin.

Wenn man so lange Zeit an einem Ort - oder in ihrem Fall in einer Region - tätig ist, sieht man die jungen Leute heranwachsen. Das mitzubekommen und hier und da begleiten zu dürfen, macht für sie die Freude an ihrem Beruf aus: "Sie reifen, entwickeln sich, werden erwachsen und gehen ihren Weg." Dass die jungen Menschen im Glauben eine Beheimatung finden - auch jenseits eines geografisch definierten Ortes -, dazu leistet sie ihren Beitrag. Und irgendwann heißt es dann eben aufbrechen, weiterziehen. Nun auch für sie.

 

Verabschiedung
Verabschiedet werden Renate und Norbert Feick im Rahmen eines Gottesdienstes, der am Sonntag, 22. Februar, um 14 Uhr in der evangelischen Kirche in Neckarsteinach beginnt.

 

Bernhard Bergmann
2.2.2026


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