Evangelisches Dekanat Odenwald

Konzertgottesdienst Schöllenbach

Reformation, musikalisch

Schöllenbach.Als Höhepunkt im Festjahr "500. Jubiläum der Reformation" wurde in Schöllenbach ein Konzertgottesdienst mit dem Gesangverein Sängerkranz Schöllenbach gefeiert. Unter der Leitung ihres Dirigenten Andreas Demmel brachten die Sängerinnen und Sänger ein reichhaltiges Programm. Von den Gospelliedern "Jacobs Ladder" und "Peace Like a River" bis hin zu einem Chorlied im Dialekt der Steiermark "Trag mi, Wind" spannte der Gesangverein mit seinem Solisten Nils Ihrig einen weiten Bogen von kirchlichen bis zu weltlichen Klängen. Begeistert aufgenommen wurde auch die Gesangsdarbietung von Andreas Demmel, der sich selbst am Keyboard begleitete.

Dazwischen las Pfarrerin Claudia Borck eine Geschichte, in der dramatisch beschrieben wurde, wie Graf Eberhard von Erbach vom Verfolger Luthers zu seinem Bewunderer wurde. Er förderte danach in Erbach und in der Oberzent die Überwindung alter Ängste durch eine befreiende neue Sichtweise des christlichen Glaubens.
Die versammelte Gemeinde wurde dann eingeladen, den Choral zu singen, der damals das Markenzeichen der Reformation geworden war: "Ein feste Burg ist unser Gott". Alle erlebten, dass auch alte Lieder flott und mit Begeisterung gesungen werden können.

Eine bunte Schar von Besuchern hatte sich eingefunden. Seit die Kirchengemeinden Schöllenbach-Bullau und Beerfelden pfarramtlich verbunden sind, ist man einander nähergerückt und besucht sich bei besonderen Veranstaltungen gegenseitig.
Die Kollekte, welche die Besucher großzügig gegeben hatten, wurde von Gesangverein und Kirchengemeinde im Gedenken an den verstorbenen Kirchenpatron Raimund Graf zu Erbach-Fürstenau der Hospizinitiativ Odenwald e. V. in Erbach zur Verfügung gestellt.

Dieser Konzert-Gottesdienst war nach den 95 Glockenschlägen am 500. Jahrestag des Anschlags der 95 Thesen für Schöllenbacher und Kailbacher ein besonderes Ereignis im Festjahr. Dass sich beim Gedenken an die Ereignisse vor 500 Jahren auch katholische Mitchristen aktiv beteiligt haben, sei dankbar vermerkt. Die Zukunft christlichen Lebens kann in einer sich wandelnden Zeit nur in gemeinsamen Anstrengungen der Konfessionen wachsen. Und nur weil kirchliches und kulturelles Leben so harmonisch zusammenarbeiten, kann eine so kleine Gemeinde es schaffen, ein hochwertiges Programm anzubieten.
Mit einem fröhlichen Beisammensein von Chor und Besuchern im Rathaussaal klang der Abend aus.

 

Dieter Borck, Pfarrer i.R.


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