Evangelisches Dekanat Odenwald

Bilanz Notfallseelsorge-Kooperation Südhessen

Gemeinsam ist besser als allein

Südhessen. "Etwas gemeinsam zu machen, ist besser, als es alleine zu machen, sagt Heiko Ruff-Kapraun, Pfarrer für Notfallseelsorge in den Evangelischen Dekanaten Darmstadt-Stadt und Vorderer Odenwald. So ist es auch in Notfallsituationen: "Wenn man im Notfallsystem alleine ist, macht es noch einsamer, wenn man im Team ist, stärkt es", sagt er. Seit fünf Jahren kooperieren die südhessischen Pfarrerinnen und Pfarrer für Notfallseelsorge - das ist einzigartig in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Angefangen hat es vor sechs Jahren, als Annette Herrmann-Winter, Barbara Tarnow, Winfried Steinhaus und Heiko Ruff-Kapraun auf freiwilliger und freundschaftlicher Basis begannen, in der Region zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu vertreten. Das klappte so gut, dass daraus der Gedanke erwuchs, die Kooperation zu institutionalisieren.

Unterstützt vom Zentrum Seelsorge und dem Referat Seelsorge in der Kirchenverwaltung wurde 2013 die Kooperationsvereinbarung unterschrieben und die Notfallseelsorge Südhessen - dazu gehören die Dekanate Darmstadt-Stadt und Land, Vorderer Odenwald, Bergstraße, Odenwald und Ried - als Teampfarramt in der Pfarrdienstordnung festgeschrieben. "Als aktuell einziges in der EKHN", so Ruff-Kapraun. Damit wurde die Zusammenarbeit in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Homepage, gemeinsame Aus- und Fortbildung und Außendarstellung sowie gegenseitige Vertretungen besiegelt.

Erstmals die anderen Teams besucht
Fünf Jahre sind nun rum. Zwischenzeitlich hat sich die Konstellation verändert: Auf Winfried Steinhaus folgte Heiko Ruff-Kapraun im Dekanat Vorderer Odenwald und im Dekanat Bergstraße Karin Ritter auf Barbara Tarnow. Zur Bilanzierung der zurückliegenden Arbeit haben Annette Herrmann-Winter, Karin Ritter und Heiko Ruff-Kapraun sich erstmals untereinander in ihren Teamsitzungen besucht. Und waren überrascht, wie gut die Zusammenarbeit bei den Ehrenamtlichen in der Notfallseelsorge ankommt. "Die Teams haben großes Interesse an der Kooperation - für ihr eigenes Handeln", sagt Ruff-Kapraun. Dadurch würden sie einander besser kennen, es hätten sich auch schon Freundschaften über die Dekanatsgrenzen hinweg entwickelt. Zudem lobten sie den Blick über den eigenen Tellerrand, die Breite der Ausbildung, die Größe der Ausbildungsgruppen, die gemeinsamen Standards und die Synergien. Es sei eine Selbstverständlichkeit, sich zu ergänzen und zu unterstützen. Davon profitiert auch das System Notfallseelsorge: "Durch die Kontakte und die gemeinsamen Fortbildungen hätte niemand Bedenken einen Großschadensfall zu managen", sagt Ruff-Kapraun. Dr. Dr. Raimar Kremer, Fachberater und Studienleiter im Zentrum Seelsorge und Beratung, spricht von einem "guten Erfolg". Die Pilotphase ist abgeschlossen - das Konzept könne als bewährtes Modell übertragen werden.

Die Notfallseelsorge versteht sich als Erste Hilfe für die Seele, ist festes Glied in der Rettungskette und rund um die Uhr rufbereit. Sie ist ökumenisch ausgerichtet und bei den Dekanaten angesiedelt. "Die Notfallseelsorge gehört in kirchliche Hand, weil im Notfall das Ansehen des einzelnen Menschen in Gefahr ist", sagt Pfarrer Ruff-Kapraun. "Ein christliches Angebot schenkt dem Menschen Ansehen und das Zutrauen, mit dem eigenen Notfall zurecht zu kommen."

 

Silke Rummel


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