Evangelisches Dekanat Odenwald

Theresa Möke

Aus Glauben die Welt mitgestalten

Michelstadt. Es ist eine ungünstige Zeit, um anzufangen; noch dazu mit einer Arbeit, für die das Netzwerken wichtig ist. Aber Theresa Möke geht sie optimistisch an, heißt es für sie doch auch erstmal, sich in die Themen und in ihr neues Arbeitsfeld - auch regional gesehen - einzuarbeiten. Seit Dezember ist die aus Fürth (Bergstraße) stammende 29-jährige Geschichts- und Politikwissenschaftlerin Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Odenwald mit Dienstsitz in Michelstadt. Hier hat sie eine halbe Stelle inne, mit einer weiteren Teilzeitstelle ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Heidelberg, wo sie zuletzt auch studiert hat und an ihrer Dissertation im Bereich politische Theologie arbeitet.

Gesellschaftliche Verantwortung ist in allen Bereichen des Lebens gefragt. Der Kirche kann es auf der Grundlage des christlichen Glaubens nicht gleichgültig sein, was in der Welt geschieht. Theresa Möke beschäftigt sich im Rahmen ihrer Referentinnenstelle im Dekanat unter anderem mit den Themen Klima und Klimawandel, Entwicklung des ländlichen Raums (politisch, wirtschaftlich, kulturell), mit dem Komplex 'Verschwörungstheorien und Esoterik' sowie dem landeskirchenweiten Zukunftsprozess 'EKHN 2030' und Sozialraumorientierung. Auch was die künftige Nutzung des Klosters Höchst betrifft, kann sie sich vorstellen, sich hier in der weiteren Planung einzubringen. Wie berichtet, wird die Landeskirche den Tagungsbetrieb dort spätestens 2023 einstellen.

Nach Schulzeit und Abitur an der Liebfrauenschule in Bensheim studierte Theresa Möke neben Geschichte und Politikwissenschaft auch Theologie. Studium und Praktika führten sie an beachtlich viele Stationen: nach München, ins britische Durham sowie nach Venedig, Wien, Paris und schließlich nach Heidelberg.

Was die zu knüpfende Netzwerkarbeit - mit Politik, Wirtschaft, öffentlichem Leben - angeht, betont sie, dass sie darin eine klare Kirchenposition vertreten wolle. "Warum sagen immer mehr Menschen ja zu Gott und zur Religion, gleichzeitig aber nein zur Kirche", ist eine der Fragen, der sie nachgehen möchte. Es gebe ja durchaus ein religiöses Bedürfnis. Und gerade jetzt im Lockdown seien Kirche und soziale Arbeit sowie die Versorgung Bedürftiger noch einmal auf ganz andere Weise in den Blick gerückt; "Kirche zeigt, dass Gemeinschaft stattfindet, und vieles wird unternommen, um Gemeinschaft zu erhalten", sagt sie. Hierin sieht sie eine Chance - und einen Anknüpfungspunkt für ihre Arbeit.

 

Bernhard Bergmann
29.1.2021


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