Evangelisches Dekanat Odenwald

Amtseinführung Heiko Ruff-Kapraun

"Liebe, Lachen und Vertrauen"

Michelstadt. Nun hat er den Hut auf. Die symbolische Kopfbedeckung, die jemand laut Redewendung trägt, wenn er ein Amt innehat, erhielt Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun anlässlich seiner offiziellen Einführung als Leiter der Notfallseelsorge und Krisenintervention Odenwaldkreis aus den Händen von Ulrike Büchner, Brigitte Romer-Schweers und Bärbel Roßner. Das ehrenamtlich tätige Dreierteam hatte die Vakanz dieser Stelle seit März vertreten, nachdem die langjährige Leiterin der Einrichtung, Pfarrerin Annette Herrmann-Winter, eine Auslandspfarrstelle im italienischen Florenz übernommen hatte. Dafür gab es für die drei aus dem Team der Aktiven einen herzlichen Dank von Dekan Dr. Karl-Heinz Schell und Heiko Ruff-Kapraun.

"Liebe, Achtsamkeit und Anerkennung sind die die Kernwerte seines Wirkens und Arbeitens", stellte Dekan Schell Heiko Ruff-Kapraun vor, bevor er ihn offiziell mit seinem Dienst beauftragte und Segen für seinen Weg mitgab. "Schön, dass du bei uns bist!"

Ruff-Kapraun verdeutlichte in seiner Predigt anhand eines von ihm selbst erdachten kurzen Videofilms den Lebensweg eines Menschen, der unterwegs ist; mal geht es leicht geradeaus, mal mühsam aufwärts, es kommen Löcher und Abstürze, gemeinhin Krisen genannt. Manchmal benötigt man dann Hilfe, wie sie in Extremsituationen auch die Notfallseelsorge bringt: wenn ein naher Angehöriger plötzlich stirbt, wenn nach schlimmen Ereignissen gleichsam der Boden unter den Füßen wegbricht. Wichtig ist dann, nicht alleine zu sein, sondern jemanden zu haben, der einen ein Stück Wegs begleitet.

"Was trägt?" fragte Ruff-Kapraun. Es sind Liebe, Lachen und Vertrauen, blieb er die Antwort nicht schuldig und illustrierte sie durch Zitate bekannter Persönlichkeiten. "Macht braucht nur, wer Böses vorhat; für den Rest reicht Liebe" (Charlie Chaplin). "Warte nicht auf das Lächeln der anderen, lache du ihnen zu" (Pippi Langstrumpf). Und was das Vertrauen angeht, zitierte Heiko Ruff-Kapraun sich selbst: "Mein Misstrauen muss man sich erst verdienen", so der Pfarrer, dem es wichtig ist, "ein Stück Himmelreich auch hier auf der Erde zu haben".

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Albena Vogel (Klavier) und Hildegard Süß mit ihrer Flötengruppe.

Info: Notfallseelsorge
Die Einrichtung im Odenwaldkreis leistet seit 21 Jahren "Erste Hilfe für die Seele": Die ehrenamtlich tätigen Aktiven unterstützen Betroffene unabhängig von Herkunft und Konfession in den ersten Stunden nach einem plötzlichen Todesfall im häuslichen Bereich oder durch den Straßenverkehr. Die Notfallseelsorge, die ganzjährig rund um die Uhr erreichbar ist, wird gemeinsam getragen vom Deutschen Roten Kreuz Odenwaldkreis und dem Evangelischen Dekanat Odenwald; finanzielle Unterstützung leistet ein Förderverein.

 

Bernhard Bergmann
20.11.2020


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