Evangelisches Dekanat Odenwald

Kapelle Darsberg

Zu früh für die Ewigkeit

Darsberg. Mit der Zeitlosigkeit ist das so eine Sache. Es gibt zeitlose Dinge: Wahrheiten, die Liebe, Sätze, Musik sowie gerade in diesen Tagen Herbstzeitlose; zum Beispiel. Und gerade aus kirchlicher Sicht ist die Ewigkeit ja ein zentrales Thema. Gleichwohl leben wir Menschen hienieden mitten in der Zeit - und leiden nicht selten darunter; Stichwörter: Stress, Hetze, Termine. Manchmal freuen wir uns auch in beiderlei Richtungen ("gut, dass es rum ist", "schade, dass es vorbei ist", "wenn es nur schon so weit wäre" oder aber "wär's nur endlich vorbei"), und allemal haben die Kirchturmuhren ebengenau diese Aufgabe, die viele Menschen auch gerne in Anspruch nehmen: zu zeigen, was die Stunde geschlagen hat, vulgo: wieviel Uhr es ist. Fällt solch eine Uhr dann aus technischen Gründen aus, stehen manche in ungewollter Zeit- und Ratlosigkeit da. Da ist es ein schwacher Trost, dass eine stehengebliebene Uhr dennoch zweimal am Tag richtig geht.

In Darsberg war das nun der Fall. An der Sebastianskapelle, in der Brautpaare besonders gerne den Bund für's Leben schließen, ging die Uhr nicht mehr, die Zeiger standen still, und manch ein informationsheischender Blick ging ins Leere. Schlimmer noch: Auch die Glocken schwiegen in der Folge, akustische Fixpunkte im Tageslauf, deren Fehlen für die Menschen im Ort eine weitere Verunsicherung bedeutete.
Nun aber wurden das Läutewerk und die Uhr an der Kapelle in Darsberg von einer Fachfirma repariert. "Endlich tickt die Uhr wieder und die Glocken läuten zu den gewohnten Zeiten" vermeldet Pfarrer Norbert Feick freudig, nachdem die Mitarbeiter sich ans (Uhr-)Werk gemacht hatten und die Zeit auch in Darsberg wieder zum Laufen oder Vergehen brachten. Also kann auch hier die Ewigkeit einstweilen noch warten.

 

Bernhard Bergmann
3.11.2020


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