Evangelisches Dekanat Odenwald

Pfingsten 2020

Gottesdienst im eigenen Garten

Breuberg. Singen ist derzeit in der Kirche nicht erlaubt. Mit Blick zum Altar eine Maske tragen oder beim gemeinsamen Gebet schweigen zu müssen, ist für viele Christinnen und Christen ebenfalls eine befremdliche Vorstellung. Zudem bieten selbst große Kirchen aufgrund der gebotenen Abstandsregelungen nur vergleichsweise wenigen Gläubigen Platz. Pfarrerin Christina Meyer (Neustadt) brachte das auf die Idee: Kirche kann auch zu den Menschen kommen. So bot sie am Pfingstfest "Gottesdienste am Gartenzaun" in allen Breuberger Stadtteilen an. Insgesamt 22 Termine sind für die beiden Festtage anberaumt.

Nicht am Zaun, sondern direkt im Garten fand der Gottesdienst bei Familie Hartmann in Neustadt statt. Der Nachbar hinter dem Zaun gehörte ebenfalls zu dieser kleinen Gemeinde am Pfingstsonntag. "Der Heilige Geist, an den wir uns an Pfingsten erinnern, ist auch ansteckend", sagte Pfarrerin Christina Meyer mit Bezug auf das christliche Fest unter Corona-Bedingungen. "Aber er verändert zum Positiven", fügte sie an und überreichte Familie Hartmann wie auch allen anderen dieser kleinen Gottesdienstgemeinden ein rotes Band - "in der liturgischen Farbe des Heiligen Geistes. Es verbindet uns untereinander, und im Geist sind wir weltweit verbunden."

Singen war zwar auch hier nicht erlaubt, "aber wir können summen", lud Pfarrerin Meyer ein und fragte nach Liedwünschen. "Geh aus, mein Herz" war das womöglich passendste Lied an diesem sonnigen Vormittag, umgeben von Blüten, Bienen und Käfern. Einige in der unmittelbaren Umgebung sangen übrigens doch unbeeindruckt und gleichermaßen lauthals wie melodisch: die Vögel.

 

Bernhard Bergmann
31.5.2020


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