Evangelisches Dekanat Odenwald

Dekanatssynode November 2019

Nächstenliebe kennt keinen Minutentakt

Würzberg. Pfarrer Volker Keil stellte bei der Dekanatssynodaltagung im Dorfgemeinschaftshaus Würzberg die Arbeit der Diakoniestation Breuberg vor - einer der kleinsten Diakoniestationen in Hessen, wie der Pfarrer verdeutlichte. "Diakonie und Kirche gehören zusammen, Diakonie ist eine Wesensäußerung von Kirche", so Keil bei der Tagung des regionalen Kirchenparlaments unter Vorsitz von Präses Egon Scheuermann.
Vor langem schon hatten die Kirchengemeinden Sandbach und Neustadt den Blick auf vor allem ältere Menschen gerichtet, die Hilfe und Unterstützung brauchen. Dies führte nach Keils Worten zur Gründung der Diakoniestation. Nicht nur die Verkündigung des Evangeliums durch das Wort sei wichtig, sondern auch das, was die Mitarbeitenden bei den Menschen leisten: "Wir wollen die Liebe Gottes zu den Menschen zeigen. Das ist Evangelium der Tat; das ist ein Schatz."
Der Pfarrer verdeutlichte das Spannungsfeld, in dem die Mitarbeitenden stehen: einerseits stehe man im Wettbewerb mit anderen Anbietern, müsse wirtschaftlich arbeiten und nach Minutentakt abrechnen; zum anderen werde von einem kirchlichen Dienst erwartet, dass die Mitarbeiterinnen Zeit haben für Nöte, Sorgen und Bedürfnisse der Menschen.

Dass viele Mitarbeitende der Diakoniestation selbst aus Breuberg kommen, schaffe Offenheit und Vertrautheit. Ein wenig Statistik gab Keil auch zur Information: Derzeit sind 25 Mitarbeitende in Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft sowie im Bereich Essen auf Rädern tätig. 80 bis 90 Klienten werden betreut. In Breuberg sind 52 Nationen vertreten. Unter den Mitarbeitenden sind auch zwei Muslima - was sehr hilfreich sei. Die Diakoniestation ist rund um die Uhr zu erreichen.

Dem Antrag der Kirchengemeinde Bad König auf Einrichtung einer halben Klinikseelsorge-Pfarrstelle für die Asklepios-Klinik in Bad König folgte die Dekanatssynode einstimmig. Pfarrerin Helga Hecker stellte den Antrag vor und wies darauf hin, dass Angehörige immer wieder anmerkten, dass Kirche in der Klinik kaum präsent sei. Auch würden die Angehörigen, die zum Teil sehr lange dort ihre Kranken begleiten, ebenfalls zu wenig begleitet. "Mit der Pfarrstelle in Bad König ist der Bedarf nicht zu decken, da auch noch mehrere Altenheime zu versorgen sind", verdeutlichte Pfarrerin Hecker. In der Kurstadt gebe es einen sehr hohen Bedarf an seelsorgerlicher Begleitung, der ureigensten Aufgabe von Kirche. "In Notsituation soll jemand für die Menschen da sein", mahnte die Pfarrerin.

Als neues Mitglied im Dekanatssynodalvorstand wählten die Synodalen Pfarrerin Kerstin Peiper (Steinbach).

 

Sabine Jackwert/
Bernhard Bergmann
18.11.2019


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