Evangelisches Dekanat Odenwald

Kirche Lützel-Wiebelsbach

Gemeindehaus direkt ans Gotteshaus anschließen

Lützel-Wiebelsbach. "Es soll ein Haus für Sie sein", sagte Architekt Arno Klinkenberg (Darmstadt) bei der Gemeindeversammlung nach dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Lützel-Wiebelsbach. Der Planer und Architekt, der schon einige neue Raumkonzepte und Erweiterungsbauten für Kirchen erstellt und umgesetzt hat, machte deutlich, dass die Ideen für einen Anbau an die Kirche in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde entwickelt werden. Klar ist laut Klinkenberg zugleich auch: "Es ist ein langer Weg zurückzulegen."
Auf diesem Weg müssen mögliche Ideen nicht nur mit der Landeskirche, mit der Denkmalpflege und natürlich den Bauaufsichtsbehörden rückgekoppelt werden, sondern es gehören auch Exkursionen mit interessierten Gemeindegliedern dazu: zu anderen Kirchen und Gemeindehäusern, die das, was die Lützel-Wiebelsbacher sich vorgenommen, bereits hinter sich haben.

Zur Erinnerung: Das seitherige Gemeindehaus in der Seckmäurer Straße in Lützel-Wiebelsbach war für die Gemeinde zu groß und ist deshalb verkauft worden; viel hätte auch saniert und damit investiert werden müssen. Zudem lag es ein ganzes Stück entfernt von der Kirche, die oben auf dem Berg auf dem Gelände des Friedhofes steht. Pfarrer Carsten Stein, der Kirchenvorstand und Teile der Gemeinde überlegten deshalb Alternativen. Versammlungsraum außer der eigentlichen Kirche benötigt eine Gemeinde nun mal, Platz für Büros sowie Küchen und natürlich Toiletten sind ebenfalls unverzichtbar. Ein Neubau auf der Wiese neben der Kirche kam aus mehreren Gründen nicht in Frage. So sind nun die Pläne für einen Anbau an die Kirche entstanden.

Es sei klar, dass dies vom architektonischen Gesamtbild her passen müsse, betonte Architekt Klinkenberg; schließlich präge ein solcher Bau das gesamte Ortsbild, auch wenn die Kirche am Ortsrand, dafür aber sehr prominent liege. Er zeigte Beispiele aus anderen Gemeinden, etwa aus Titisee-Neustadt oder aus Mannheim, wo solche Projekte in den vergangenen Jahren realisiert worden sind. Bei einem Workshop am 18. und 19. Oktober wird die Bevölkerung eingeladen, gemeinsam zu bedenken, was benötigt wird und Ideen zu entwickeln, wie es künftig aussehen könnte.
"Wir werden uns auf eine andere Zukunft vorbereiten müssen", sagte Pfarrer Carsten Stein und zeigte auf, dass darin ja auch eine Chance zur Gestaltung liege. Der Ortspfarrer, der auch für die pfarramtlich verbundene Gemeinde Rimhorn zuständig ist, erinnerte auch daran, dass es Gemeindehäuser erst seit etwa 100 Jahren gebe, davor habe es nur die Kirchen und Pfarrhäuser gegeben. "Unsere Mitgliederzahlen gehen zurück, damit auch der Gebäudebedarf", so Stein. Ein Kirchenraum sei wertvoll, den solle man nicht nur sonntags, sondern häufiger nutzen.

 

Bernhard Bergmann
6.9.2019


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