Evangelisches Dekanat Odenwald

Siebzig Jahre Evangelischer Posaunenchor Vielbrunn

Zwei Männer mit Tuba auf dem Mofa

Vielbrunn. Siebzig Jahre evangelischer Posaunenchor Vielbrunn - dazu gab es nun einen Festgottesdienst. Mit Willi Hofmann und Adam Weyrich waren sogar noch zwei Gründungsmitglieder von damals mit dabei, wenngleich nicht mehr als aktive Bläser. Die beiden waren in der Silvesternacht 1949 mit auf dem Turm der Kirche, von wo aus zwei Choräle geblasen wurden. Dieses Ereignis gilt als Gründungsstunde des Posaunenchors. Eine Anekdote aus früheren Zeiten kam auch zur Sprache: Der damalige Pfarrer Friedrich May hatte sich zusammen mit einem Posaunenchor-Mitglied eigens mit einem Mofa auf den Weg nach Wersau gemacht, wo die beiden eine Tuba holten, damit überhaupt genügend Blasinstrumente vorhanden waren - aus heutiger Sicht eine ziemlich abenteuerliche Unternehmung.

Zum Festgottesdienst waren Gäste aus befreundeten Bläserensembles der Region gekommen, so aus den evangelischen Posaunenchören Bad König, Erbach, Breuberg, Reichelsheim und Höchst, außerdem von der Vielbrunner Blasmusik. Unter Leitung von Landesposaunenwart Frank Vogel gestalteten sie den Gottesdienst musikalisch, wie sich das für einen solchen Anlass gebührt. Dabei wurde gleichsam hörbar, welche Früchte die sieben Jahrzehnte des gemeinsamen Musizierens zur Ehre Gottes hervorgebracht haben. Mit einem eigenen Stück waren dabei unter Leitung von Anna Allmann auch die Jungbläser des Posaunenchors vertreten - die Geschichte geht also weiter.

"Vom Anbeginn der Welt hast Du uns Töne gegeben zu Deinem Lob", formulierte Pfarrerin Johanna Fröhlich in einem Gebet. Eben dies zu tun, sei auch das vornehmste Amt des Posaunenchors. "Und Musik hilft uns auch dabei, Gott näherzukommen." Sie öffne darüber hinaus Herzen, wecke Erinnerungen, sie verbinde und gebe Kraft, schwärmte die Pfarrerin.

Martin Weiser vom Posaunenwerk der Landeskirche zeichnete Markus Keßler-Fedra für zehn Jahre aktives Musizieren im Vielbrunner Posaunenchor aus, außerdem Anna Allmann, Norbert Finger und Harald Siefert (für je 30 Jahre) sowie Reimund Bechtold (50 Jahre und zugleich seit gut 20 Jahren Leitung). Urkunden erhielten auch Willi Hofmann und Adam Weyrich als Gründungsmitglieder, ebenso Jakob Berres, der nicht persönlich anwesend war.
Nach dem Gottesdienst wurde im benachbarten Dietrich-Bonhoeffer-Haus gefeiert.

 

Bernhard Bergmann
13.5.2019


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