Evangelisches Dekanat Odenwald

Fünfzig Jahre Kirche Fürstengrund

Glocke schweigt, Menschen feiern

Fürstengrund.Die Glocke schwieg zum Festgottesdienst "Fünfzig Jahre evangelische Kirche Fürstengrund". Im eiskalten Dauerregen hatte die womöglich im Lauf der Jahre etwas wetterfühlig gewordene Glocke im kleinen Turm neben dem Gebäude ihren Dienst versagt. Dem festlichen Charakter des Tages tat das indes keinen Abbruch. Und auch ohne dass die Glocke rief, kamen die Menschen: Der Kirchenraum war gut gefüllt.
Einige der Gottesdienstbesucher, so ergab eine Frage von Pfarrerin Helga Hecker, waren damals schon dabei, als die neu erbaute evangelische Kirche in dem Bad Königer Stadtteil am Ersten Advent 1967 bezogen wurde.

In einem Szenenspiel, das in dem Gottesdienst die Stelle der Predigt einnahm, unterhielten sich die Kirchenvorsteher Ilse Kopriwa und Axel Muhn sowie Pfarrerin Hecker über die Bedeutung des Kirchenraumes. Ihn mit Farbe etwas "aufzupeppen" oder etwa mit Graffiti für junge Leute attraktiver zu machen, lautete ein natürlich nicht ganz ernst gemeinter Vorschlag in dem Anspiel. Räume sind wichtig, aber alle Ausstattung, alle Architektur ist lediglich Beiwerk - so wird es bereits im biblischen Korintherbrief deutlich. Vor allem anderen kommt es auf den Grund an, auf das Fundament, und das ist alleine Jesus Christus, schrieb Paulus vor knapp zweitausend Jahren an die Gemeinde in Korinth. "Und im übrigen ist jeder Mensch ein Tempel Gottes", zitierte Pfarrerin Hecker den Apostel weiter.
Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von den "Young Voices" unter Leitung von Kantorin Beate Ihrig.

Nach Mittagessen und Kaffee und Kuchen gab es unter anderem einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Kirche. Interessant: Vor Ort hätte man sich eine gemeinsame, ökumenisch genutzte Kirche vorstellen können; die Pfarrer Heinrich (katholisch) und Schulze (evangelisch) waren sich in dieser Sache durchaus einig, aber die evangelische Kirchenleitung in Darmstadt lehnte den Plan ab. Der Turm neben dem Gebäude, das mal als "Gemeindehaus" und mal als "Kirche" bezeichnet wurde, kam 1988 dazu; die Glocke wurde aus der früheren Schule hierher gebracht. In den Jahren 2007 bis 2010 wurde das Gebäude nach und nach gründlich renoviert. Gottesdienst wird in Fürstengrund, zu dem rund 350 Gemeindeglieder zählen, in der Regel einmal im Monat gefeiert; zugleich findet dann Kindergottesdienst statt, den Gisela Legler seit 13 Jahren engagiert anbietet.

 

Bernhard Bergmann
12.11.2017


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