Evangelisches Dekanat Odenwald

Szenisches Spiel zur Reformation

Barbara schaut mal vorbei

Höchst. Barbara von Wertheim war es bekanntlich, die im sechzehnten Jahrhundert in ihrem Herrschaftsbereich und damit auch im Breuberger Land die Reformation einführte. Unter dem Titel "Guten Abend, Gräfin" stand nun in der evangelischen Kirche in Höchst ein szenisches Spiel, mit dem im Reformations-Jubiläumsjahr dieser regionale Aspekt in den Fokus gerückt wurde. Dazu hatte die Stiftung Höchster Klosterfonds unter Vorsitz von Pfarrer Winfried Klotz (Bad König) die in der Erwachsenenbildung tätige Referentin Gardis Jacobus-Schoof (Boxberg) eingeladen. Sie brachte in den von ihr erarbeiteten Spielszenen den Gästen das Leben und Wirken der engagierten und mutigen Frau aus der Geschichte nahe.

In einem Gespräch zwischen zwei Frauen der heutigen Zeit kommt das Leben Barbaras im sechzehnten Jahrhundert zur Sprache: ihre Leistung als alleinerziehende Mutter zweier kleiner Kinder nach dem frühen Tod ihres Mannes, ebenso ihr Einsatz für die rechte Verkündigung des Evangeliums und die Ausbreitung der Reformation in ihrem Herrschaftsbereich. Dabei ging sie mit großer Umsicht und Milde vor und besetzte nach und nach frei werdende Pfarrstellen mit protestantischen Geistlichen; kein katholischer Priester wurde vorzeitig seines Amtes enthoben.
Zweimal trat auch gewissermaßen die Gräfin persönlich auf und las Briefe aus eigener Feder vor, die heute im Staatsarchiv im Kloster Bronnbach aufbewahrt werden. Auf diese Weise können ganz unmittelbar Denken, Sprechen und Argumentation der Gräfin nachvollzogen werden.

 

Bernhard Bergmann
5.10.2017


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