Evangelisches Dekanat Odenwald

Dienst in Wittenberg

Odenwälderinnen bei der Weltausstellung zur Reformation

Mümling-Grumbach/Wittenberg. Für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) war Rosemarie Seitz-Schneider eine Woche lang im Einsatz auf der "Weltausstellung Reformation" in Wittenberg; diese hatte im Mai begonnen und Mitte September geendet. Kirchen aus aller Welt, internationale Organisationen und Initiativen präsentierten dabei ihre aktuelle Sicht auf die Reformation. Die Mümling-Grumbacherin, die beim Evangelischen Dekanat Odenwald in Michelstadt als Sekretärin tätig ist, erzählt, dass es gar nicht leicht gewesen sei, einen der ehrenamtlichen Dienste dort zu ergattern, so groß war die Nachfrage. "Ein Pfarrer oder eine Pfarrerin und 14 Ehrenamtliche hatten dort jeweils eine Woche lang Dienst", berichtet Seitz-Schneider. Zu ihren Aufgaben gehörte, die Menschen etwa durch den "Segens-Parcour" zu geleiten, die vorhandenen Angebote zu erklären und natürlich für Fragen und Gespräche bereitzustehen. Auch die von der EKHN 2009 erstmals präsentierte "LichtKirche", eine mobile Kapelle aus Holz und Acryl, war dort aufgebaut. In ihr wurden täglich Mittags- und Abendandachten angeboten.

Dass nicht so viele Menschen zur Ausstellung nach Wittenberg gekommen seien, wie teilweise in den Medien vermeldet wurde, kann Rosemarie Seitz-Schneider nicht bestätigen. Oft habe vielmehr regelrechter Andrang geherrscht. Einmal war unter den Gästen auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm. An "viele gute Gespräche" erinnert sich die Dekanatsmitarbeiterin vor allem, wenn sie an die zahlreichen Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen denkt. Besondere Aufmerksamkeit - sogar in den Medien weltweit - hatte die EKHN mit einem "Segens-Roboter" erzeugt. "BlessU-2", so der Name der Maschine, gab Segenssprüche in unterschiedlichen Sprachen und auf Wunsch auch auf Hessisch heraus. Weil Segen im eigentlichen Sinne nur von Menschen, nicht aber von einem Gerät zugesprochen werden kann, war die Aktion umstritten; auch daraus erklärt sich das große mediale Interesse. Bemerkenswert fand Seitz-Schneider vor allem, dass der Roboter wegen großer Nachfrage im Dauereinsatz war - "mehr als ein segnender Mensch je leisten könnte". Außerdem, fügt sie an, "lebe" der Roboter ja auch nur, weil kreative Menschen sich ihn erdacht, die Texte übersetzt und ihm ihre Stimme verliehen haben. "Deshalb ist er eigentlich für mich ganz menschlich."

Ebenfalls aus dem Dekanat Odenwald in Wittenberg im Einsatz war Pfarrerin Annette Herrmann-Winter (Michelstadt), die Leiterin der Notfallseelsorge und Krisenintervention im Odenwaldkreis. Sie gehörte mit zur letzten "Schicht".

 

Bernhard Bergmann
21.9.2017


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