Evangelisches Dekanat Odenwald

Ann-Sophie Huppers

Glücklich im Beruf angekommen

Neckarsteinach. Farben spielen eine bedeutende Rolle im Leben von Ann-Sophie Huppers; klare Linien ebenso wie Schattierungen und Profile. Die 29-Jährige, die seit vergangenem Herbst Vikarin in Neckarsteinach und Darsberg ist, malt seit ihren Kindertagen und hätte fast auch ihren Berufsweg in diese Richtung eingeschlagen. Aber manchmal kommen die Dinge eben anders, und so hat sie evangelische Theologie studiert und ist Pfarrerin geworden, derzeit in der praktischen Ausbildungsphase. "Das bedeutet, dass ich immer wieder im Theologischen Seminar in Herborn bin", erklärt sie; dort findet der theoretische Teil statt, den sogar eine praktische Ausbildung noch benötigt. Zuletzt hat sie sich dort mit Seelsorge und Gottesdienst auseinandergesetzt.

Aber die Zeit in der Gemeinde fordert und fördert durchaus die Praxis: Den ersten Abendmahlsgottesdienst hat sie gerade gestaltet, kurz danach die erste Taufe, zu Anfang ihres Vikariats war sie vor allem mit Religionsunterricht in der Schule beschäftigt. So kommt immer wieder etwas neues hinzu, und Ann-Sophie Huppers freut sich: "Ich genieße es, im Beruf angekommen zu sein, mit Menschen zu reden, mit ihnen und für sie zu arbeiten." Nach den Jahren an der Universität erlebt sie das als erfüllend: das Gelernte auch anzuwenden. Pausen seien natürlich wichtig, sagt die Theologin; "aber gerade ist die Arbeit schön!" Neckarsteinach und Darsberg seien "zwei nette Gemeinden, in denen einen die Menschen herzlich willkommen heißen", so hat sie es erlebt.

Geboren 1987 und in Idstein im Taunus aufgewachsen, fand sie dort bereits den Weg in den Kindergottesdienst. "Aber der Einstieg in die Kirche war dann die Konfirmation", erinnert sich die junge Frau. Danach wurde sie ehrenamtliche Mitarbeiterin, leitete selbst Konfigruppen, arbeitete im Jugendausschuss ihrer Heimatgemeinde mit, ebenso im Projekt Jugendkeller. Nach dem Abitur begann sie in Mainz mit dem Theologiestudium, lernte die dafür notwendigen drei Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein. 2011 verbrachte sie ein Jahr an der Karls-Universität in Prag. Zwar fanden die Vorlesungen hier auf Englisch statt, Tschechischkenntnisse erwarb sich Ann-Sophie Huppers aber auch, und sie beschäftigte sich nebenbei eingehend mit der Geschichte der Deutschen in der Tschechoslowakei.
Nach ihrer Rückkehr schrieb sie sich in Heidelberg ein und legte schließlich im vergangenen Jahr ihr theologisches Examen ab. Von da war es in mancher Hinsicht nicht weit nach Neckarsteinach, und "das ermöglicht mir, Kontakte zu halten", die in der Heidelberger Zeit entstanden.

In den Kirchengemeinden wird sie nun nach und nach auch die Gruppen und Kreise kennenlernen sowie in Ausschüssen mitwirken. Im Kirchenvorstand ist sie seit Anfang an dabei. Wenn dann noch freie Zeit bleibt, widmet Ann-Sophie Huppers sich Sport und Yoga, oder sie erkundet - nun im Frühling besonders schön - die Umgebung; allein in Neckarsteinach gibt es schließlich nicht weniger als gleich vier Burgen zu entdecken. Und, natürlich: Auch wenn sie nicht ständig zum Pinsel greift - wichtig ist ihr jedenfalls, dass die Malutensilien immer bereit liegen. Als Malerin hat sie einen großen Vorteil: Sie kann dem grauesten Tag Farbe verleihen.

 

Bernhard Bergmann
30.3.2017


Startseite  ·   Evangelisches Dekanat Odenwald   ·   Impressum