Evangelisches Dekanat Odenwald

Gemeindeübergreifende Kita-Trägerschaft

Hände frei für Arbeit mit den Kindern

Michelstadt. Kindertagesstätten haben eine lange Tradition in der evangelischen Kirche und einen hohen Stellenwert. Bieten sie doch die Möglichkeit, schon junge Menschen mit der christlichen Botschaft vertraut zu machen, ihnen kindgerecht biblische Geschichten mit auf den Lebensweg zu geben und das christliche Menschenbild zu vermitteln: angenommen zu sein, wie sie sind, und bedingungslos geliebt von Gott. Für diejenigen Kirchengemeinden, die Träger einer Kita sind, ist dieser Arbeitsbereich zentral. Auf der anderen Seite fordert die damit einhergehende Verwaltung viel vom jeweiligen Kirchenvorstand und damit von hauptsächlich ehrenamtlich tätigen Personen; sie sind unter anderem verantwortlich für Rechts- und Personalfragen, für Finanzmanagement, Hygienevorschriften und Arbeitsplatzverordnungen.

Aus diesem Grund machen die insgesamt neun Kindertagestätten im Bereich des Evangelischen Dekanats Odenwald nun seit Jahresanfang sozusagen gemeinsame Sache bei der Verwaltung. Als Geschäftsführer kümmert sich Marco Lautenschläger zusammen mit Sachbearbeiterin Martina Gieg für alle Kitas um die genannten Bereiche und entlastet somit die Kirchengemeinden von diesem Bereich der Trägerschaft. Dienstsitz der beiden ist das Dekanatszentrum in Michelstadt.
"Dabei bleiben Gemeinde und Kita eng verbunden", betont Lautenschläger, der zuvor sieben Jahre lang die evangelische Kindertagestätte "Die kleinen Strolche" in Lützel-Wiebelsbach geleitet hat. "Nur dass sie jetzt die Hände frei haben für verstärkte inhaltliche Arbeit", fügt er an und nennt als Beispiele etwa religionspädagogische Angebote, zum Beispiel bei Kinderbibelwochen.

Natürlich gab es erstmal einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, denn dieses Modell ist neu - und der Odenwald macht insofern sogar einen Anfang, weil hier nun das erste Flächendekanat eine solche gemeindeübergreifende Trägerschaft eingeführt hat. "Bisher gab es das nur in Gießen", weiß der Lützelbacher Pfarrer Carsten Stein, der sich in den vergangenen Jahren sehr für das neue Modell im Dekanat eingesetzt hat. Eine Stadt und ein Flächendekanat - da gibt es bedeutende Unterschiede. Zum Beispiel war Stein zusammen mit seinem Beerfelder Kollegen Roger Frohmuth unermüdlich im Einsatz etwa bei den Bürgermeistern der sieben Kreiskommunen, in denen es evangelische Kitas gibt, um für das Modell zu werben, die Vorteile aufzuzeigen.
Die aber liegen nach Steins Worten auf der Hand: Jeder habe bislang "sein eigenes Süppchen kochen" müssen, jeder vor den gleichen Fragen gestanden. Diese Aufgaben in einer Hand zu bündeln, bringe eine enorme Entlastung mit sich, ist er überzeugt.

Zum neuen Modell gehört auch ein Kuratorium, dessen Vorsitz Pfarrer Stein übernommen hat. In diesem Gremium, das die Aufgabe eines Aufsichtsrats wahrnimmt, sind alle Kirchengemeinden, zu denen eine Kindertagesstätte gehört, vertreten.

Mit einem Gottesdienst, der am Freitag (24.) um 15 Uhr in der evangelischen Martinskirche in Beerfelden beginnt, geht die neue gemeindeübergreifende Trägerschaft offiziell und feierlich an den Start; zugleich werden dabei Marco Lautenschläger und Martina Gieg in ihre neuen Ämter eingeführt.

 

Bernhard Bergmann
21.3.2017


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